Wie die bevorstehende Deflation unser Leben radikal verändern wird.

Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf der Autobahn mit 150 km/h auf eine Nebelwand zu. Die Fahrbahn ist dazu nass und es herrscht viel Verkehr. Grundsätzlich haben Sie dann zwei Möglichkeiten mit dieser großen Veränderung der Rahmenbedingungen umzugehen:

  1. Sie sagen sich: „Es ist ja bisher alles gut gegangen, warum soll ich mein Verhalten ändern!?“ - ODER
  2. „So etwas erlebt man im Leben ja nicht oft. Ich sehe was auf mich zukommt. Jetzt sollte ich darüber nachdenken was zu tun ist!“ – und dann: AKTION!!!
Vortrag am 6.3. - Wirtschaftszyklen, die die Welt bewegen

Das klingt einfacher als es ist. Wir können mit langsamer und langfristiger Veränderung schwer umgehen. Die berühmte Geschichte vom Frosch veranschaulicht das sehr gut: Wenn man einen Frosch in heißes Wasser wirft, wird er sofort wieder herausspringen. Setzt man ihn in kaltes Wasser und erhitzt es langsam, bleibt er bis zu seinem Tod sitzen. Viele große Veränderungen kündigen sich in kleinen Zeichen über lange Zeiträume kontinuierlich an. Z.B. die Herabstufung der Bonität Österreichs im Feber 2015 war kaum mehr eine Meldung wert. Die Wassertemperatur steigt! Längerfristige Veränderungen sind für uns schwer intuitiv nachvollziehbar – wir verhalten uns wie der Frosch.

 

Das erste Mal in unserem Leben …

… zeigen vier große Wirtschaftszyklen synchron abwärts. Der Generationenzyklus als mächtigster von ihnen wird durch die Ausgabenkurve quantitativ beschrieben. Die Kernaussage ist: 4/5 der weltweiten Wirtschaftsleistung werden in schrumpfenden Gesellschaften erwirtschaftet. Diese sind so alt, dass die mittleren Ausgaben pro Kopf auch noch sinken. Weniger Menschen, die pro Kopf weniger ausgeben! Dadurch versiegt der Konsumdruck und in Folge der Treibstoff für Wirtschaftswachstum in epochalen Ausmaßen.

Machen wir uns nichts vor: Noch mehr Schulden werden unser mit Schulden überladenes Finanzsystem auch nicht retten! Die logischen Folgen sind:

 

Deflation – das unbekannte Wesen

Deflation wird oft als das Gegenteil von Inflation beschrieben. Das mag einerseits stimmen, ist jedoch auch grob irreführend. Wasser bei + 5 C ist chemisch gesehen genauso Wasser wie jenes bei - 5 C. Die Folgen in dessen Eigenschaften sind jedoch dramatisch unterschiedlich: Probieren Sie einmal bei + 5 C Ihre Schlittschuhe aus!

Deflation kommt zuerst auf schleichenden Sohlen und dann schlagartig, sodass ein sinnvolles Reagieren nicht mehr möglich ist. Wir haben aus den ersten Anzeichen von 2005 – 2009, der potentiellen „Lernphase“, nicht viel mitgenommen. Z.B dass zu Beginn einer solchen Entwicklung Blasen und Deflation in verschiedenen Sektoren zugleich vorkommen. Die nachfolgenden Bilder zeigen die CRB-Subindindizes Metalle (links), WTI-crude oil (mitte) und Gold (rechts), gute Indikatoren für weltweite Entwicklungen, da sie hauptsächlich von Profis gehandelt werden.

Rohöl WTI wird noch heuer kurzfristig die $ 20 je Barrel erreichen und dann auf neue Allzeithochs steigen. Gold hat in den 80er Jahren schon einmal die Hälfte seines Wertes verloren (siehe Chart), die aktuelle Zielprojektion von 700 $/Unze ist damit realistisch.


Demgegenüber beginnen Aktienmärkte (Bsp. DAX links) und sichere Anleihen (Bsp. Anleihen Bund-Future Deutschland rechts) in den Senkrechtmodus überzugehen, einem von mehreren Kriterien für eine Blase. Wohin sollen die gestressten Großanleger auch mit den vielen Mrd. € die ihnen über die EZB, FED, BoJ und andere Notenbanken in den Schoß fallen?

Für Freunde der kurzfristigen Betrachtungen: Notieren Sie die Marke von 12.345 im DAX (kein Spaß)!

Wie platzen Blasen?

Die Psychologie, Anatomie und Historie von Blasen ist sehr gut untersucht. Einige Beispiele zeigen nachfolgend, wie sie vom Senkrechtmodus nach oben ohne Vorwarnung umkehren und in den freien Fall übergehen. Weitere aktuelle Blasen sind die amerikanische "Subprime-Autoblase" und die "Fracking-Blase". Die Kandidaten für den Initialzünder einer globalen Anpassung mehren sich.

Blasen enden beim Startpunkt oder ein wenig darunter! Mehrere 1.000 Mrd. € sind dann vernichtet.


Zusammengefasst: Wir stehen vor der größten deflationären Phase seit Beginn des 20 Jahrhunderts. Der Blick darauf wird uns jedoch nachhaltig vernebelt.

 

Die Phase bis ca. 2023 ist geprägt von:

  • Verfall aller Vermögenswerte (Aktien, Wohn- und Gewerbeimmobilien, Gold, Rohstoffe, Anlagen und Maschinen, Grundstücke etc.)
  • Ausfall von Schuldnern und damit Wegfall von Schulden
  • Anstieg der Staatsschulden von Staaten mit guter Bonität
  • Anstieg der Abgabenquote
  • Radikale Veränderungen am Arbeitsmarkt und im Bildungswesen
  • Verflachung der Vermögens- und Einkommensverteilung
  • Drastische Kostensenkungen
  • radikal neue Geschäftsmodelle
  • INNOVATION

 

Das Jahrzehnt der Unternehmer und der KMU

Unternehmer sind jene, die etwas unternehmen. Innovation erfolgt in diesen Phasen nicht so sehr durch technische Neuerungen als vielmehr durch radikale Veränderung der Geschäftsmodelle. Dazu reichen die verfügbaren Technologien vollkommen aus. Kosten sinken nicht nur um 10 oder 20 Prozent, was durch

Sparen erreichbar wäre. Nein, sie sinken auf ein Zehntel oder noch darunter. Die Geschichte zeigt uns sehr klar, wie das möglich ist. Dass wir schon in dieser Phase sind, lässt sich durch anschauliche Beispiele zeigen.

Das aktuell vorherrschende „Kaputtsparen“ in vielen Unternehmen verhindert geradezu die Rettung = Innovation.

 

Das Jahrzehnt der „einfachen Leute“ und der Kooperationen

Durch Abflachung der Einkommens- und Vermögensverteilung und insbesondere den Entfall des Schuldendienstes in epochalem Ausmaß können jene, die tatsächlich Wertschöpfung und Wohlstand generieren die Früchte ihrer Arbeit wieder ernten. Die Waren des täglichen Lebens werden günstiger, die Wohnungen wieder leistbar und die Arbeit erfüllend, weil sinnstiftend.

Modernste (IT)-Technologien sind für jeden erschwinglich, neue Formen der Zusammenarbeit verbreiten sich. Beispiele sind:

  • Kooperationen unter "Konkurrenten", die gemeinsame höchst professionelle Infrastruktur nutzen (IT, Marketing-Services etc.)
  • Mobile Geschäftsabwicklung, ERP-Systeme und WEB-Findeservices um 20 € je Monat.
  • Neue Geschäftsmodelle - Kooperationen von EPU, die einen hervorragenden Marktzugang haben und die Abwicklung an zentrale Service-Anbieter auslagern
  • EPU, die weltweit tätig sind
  • Bildungs- und Consulting-Kooperationen, services on demand
  • mehr Beispiele hören Sie bei meinen Vorträgen

 

Die Phase der Anpassung zwischen 2014 und 2023 wird turbulent und schwierig. Bereiten Sie sich darauf vor. Damit Sie den nächsten Boom mitgestalten können.

 

Ihr Helmut Brückler