Zyklen die die Welt bewegen

Vier große Wirtschaftszyklen, die das erste Mal seit Jahrzehnten synchron abwärts zeigen. Die resultierenden Anpassungsbewegungen ergeben bis 2019 eine Änderung unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahrhundertausmaß.

Der ca. 80-jährige Generationenzyklus, der 29 bis 30-jährige Rohstoffzyklus, der 36-jährige geopolitische Zyklus und der 9 bis 12-jährige Business-Zyklus bieten eine verlässliche Basis für Prognosen des wirtschaftlichen und sozialen Umfeldes.

 

Das Beispiel des äußerst mächtigen Generationenzyklus zeigt dies anschaulich. Von den 1940ern beginnend bis zu den 1960ern hat es weltweit einen enormen Zuwachs an Bevölkerung in den entwickelten Ländern gegeben. Mehr Menschen konsumieren mehr, also steigt die Wirtschaftsleistung (das BIP) und damit der Wohlstand. Darüber hinaus ändert sich das Ausgabenverhalten über die Lebenszeit, sodass es mit 47 Jahren ein Maximum erreicht. Je nach Ausbildungsstand und Land ein wenig unterschiedlich. Viel mehr Menschen, die auch noch mehr konsumieren - der „Boom“ der 1990er.

 

Aber nach jedem Höhepunkt kommt die Phase des Abschwungs und des Neuanfangs. Ab 2007 und ein weiteres Mal ab 2014 fällt die Ausgabenkurve steil ab, nun für viele Jahre. Die Auswirkungen zeigen die drei folgenden Beispiele. Die Errichtung neuer Häuser in den USA ist zwischen 2007 und 2010 um 50% gesunken und seither nur um wenige % -Punkte gestiegen. Da es einen enormen Bestand an leeren Häusern gibt, müssen auch nicht mehr viele gebaut werden. Für wen auch?

Japan ging dieser Entwicklung voraus, es hatte seinen Ausgabenhöhepunkt zu Beginn der 1990er. Die Folge war ein Rückgang des Aktienindex NIKKEI auf ¼ und die Implosion der Immobilienpreise. Es folgte eine „Komaökonomie“ ohne absehbares Ende. Und das während des besten weltwirtschaftlichen Umfeldes des letzten Jahrhunderts.

Die Folgen des ersten Ausgabenhöhepunktes 2007/2008 in Europa sind noch in bester Erinnerung. Doch damit nicht genug, der weitere natürliche Verlauf der Ausgabenwelle ab 2014 in Europa ist der schlechteste aller entwickelten Wirtschaftsräume! Weniger und ältere Menschen geben eben weniger Geld aus.

Zusammengefasst ist das Ausmaß des bevorstehenden Abschwunges ernüchternd: 4/5 des Weltweiten BIP werden aktuell in alternden und schrumpfenden Gesellschaften erwirtschaftet. Die anderen eingangs genannten Zyklen zeigen ebenfalls bis 2023 nach unten – das erste Mal seit den 1930ern. Der dann folgende Aufwärtszyklus wird nicht von Europa ausgehen. Es stehen uns damit Veränderungen ins Haus, die wir persönlich noch nicht erlebt haben. Bereiten Sie sich darauf vor!

Einerseits ist es notwendig das wirtschaftliche Überleben zu sichern indem Sie Cashflow maximieren und Ihre Geschäftstätigkeit fokussieren. Andererseits wird die Innovationsrate in vielfacher Hinsicht enorm steigen müssen, was Geschäftsmodelle, Prozesse, Produkte und Services betrifft. Einen wichtigen Faktor wird die Automatisierung von Dienstleistungs- und Verwaltungsbereichen spielen.  Dabei sind Kostensenkungspotentiale von 90% das Maß. Je nach Branche, Produkt, Kundenstruktur und Absatzmarkt können sich die sinnvollen Teilstrategien stark unterscheiden. Manche Dienstleistungen und Produkte werden boomen, andere wiederum verschwinden.

Bereiten Sie sich auf Veränderungen vor, wie sie nur einmal in Ihrem Leben passieren!

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Kommentare: 1
  • #1

    Norbert Ulbing (Donnerstag, 09 Oktober 2014 13:33)

    Eine sehr interessante Information.